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W-Lan Hotspots

Mi, 07.07.2010 17:41

"Ein guter Kaffee zum Arbeiten hilft immer." sagt sich Andrea und setzt sich mit ihrem Laptop in ihr Lieblings-Café, in dem sie glücklicherweise kostenlos Internet nutzen kann.
Laptop an, in das offene W-Lan ihres Cafés eingeloggt und los.
Diese "W-LAN Hotspots" sind mittlerweile sehr verbreitet und ein sehr geschätzter, sowie viel genutzter Service fast aller Kaffeebar-Besitzer und Besucher.

Andrea arbeitet bei einem großen Unternehmen, welches Verkehrsleit- und Zählanlagen vertreibt. Oft werden auch nicht-öffentliche Verträge mit der Bundesregierung und ähnlichen Organisationen geschlossen.

Sie erhält eine E-Mail von ihrem Chef, welcher sie darum bittet, kurz vorbeizukommen und einige Vertragsdetails mit ihm zu besprechen. Er klingt ein wenig in Eile.
Leider ist Andrea gerade nicht im Haus. So beschließt sie, ihren Chef per ICQ, einem weitverbreiteten Instant-Messenging-System, zu kontaktieren.

Sie kommen ins Gespräch und schicken sich verschiedene Vertrags-Versionen hin und her. So können sie schnell die neuen Ideen und Formulierungen umsetzen.
Nach nur knapp 2 Stunden ist alles besprochen und Andrea kann sich wieder ihren anderen Aufgaben zuwenden.

Zwei Tage später bittet ihr Chef Andrea erneut ins Büro. Dieses Mal kann sie direkt bei ihm Vorbeigehen. Vor seiner Tür hört sie ihn sehr laut mit seiner Sekretärin diskutieren, er scheint sehr ungehalten zu sein.
Laut aber Sachlich erklärt er Andrea, dass an diesem Morgen verschiedene der eigentlich geheimen Vertrags-Details in einer großen Boulevard-Zeitung abgedruckt wurden.
Ihr Chef gibt ihr auf mehrdeutige Art und Weise zu verstehen, dass er glaubt sie hätte die Verträge an die Presse verkauft. Sie werde nicht wieder in engere Geschäftsbeziehungen seines Unternehmens einbezogen.

Andrea kann sich diese Veröffentlichung nicht erklären, da sie neben ihrem Chef die einzige Person war, die diese Vertrags-Details kannte.
Sollte ihr Chef etwas mit der Sache zu tun haben?
Nach einiger Recherche im Internet und einem Telefonat mit dem Verleger der Zeitung stellte sich heraus, das die gesamten Vertrags-Unterlagen von anonymer Stelle auf eine Website geladen wurden.
Der Betreiber der Website ist ein Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, jedes auch noch so brisante Dokument zu veröffentlichen, welches ihnen zugestellt wird.

Als Quellenangabe nennt der anonyme Zusteller, er habe den W-Lan-Verkehr eines öffentlichen Hotspots mitgelesen und sei dabei in einem ungesicherten ICQ-Verkehr über diese Unterlagen gestolpert.
Als Grund der Veröffentlichung nennt der anonyme Zusteller, er sei der, Meinung Verträge sollten prinzipiell öffentlich sein.